Als Garitzer fasst man es nicht, was mit und um das alt-ehrwürdige Gasthaus Erholung passiert. Abriss, Pachtvertragsverletzung, Rausschmiss, Teil-Zerstörung der Kästlich und mögliches Ende eines Traditionsvereins. Aber eins nach dem Anderen: Die Erholung ist verkauft. Und zwar wie schon zuvor beschrieben an den Tierarzt Dr. Heiko Grappendorf, der seine Praxis bisher am Altenberg gegenüber der St.-Elisabeth-Kirch hat. Er will anstelle der Erholung eine Tierklinik mit zwei Wohnungen darüber auf das Grundstück packen. Gut, alleine das ist zwar schade um die Erholung, aber ganz ehrlich noch verständlich: eine Sanierung wäre wohl auch ein Fass ohne Boden. Im April noch soll die gute alte Erholung wohl abgerissen werden. Aber Leut, es wird noch besser, denn dem Schützenheim geht’s nicht besser…

Ebenso soll im September auch das Schützenheim, das Melf Hauck mit seinen Mannen in einem wahnsinnigen Arbeitsaufwand erst im letzten Juni rundumsaniert hatten, dem Erdboden gleich gemacht werden. Dann, also Ende August, läuft der zugehörige Pachtvertrag aus.

Der angrenzende Nachbar Emil Stärker hat nach eigener Aussage einen 2-Meter breiten Streifen des Grundstücks gekauft. Das Problem, das sich damit ergibt ist, dass ein Teil des Schützenheims dem Nachbarn, ein weiterer Teil dem Tierarzt gehört. Deswegen wird ein Abriss des Schützenheims notwendig. An dieser Stelle soll die neue Einfahrt des Grundstücks entstehen, da nur hier eine Zufahrt von der Garitzer Straße möglich ist. Den Schützen wurde vom Verkäufer der Werner-Immobilien GmbH aus Poppenhausen zwar das Grundstück auch angeboten, nur gab man denen kaum Bedenkzeit. 50.000 Euro sind gerade für einen Verein nicht schnell aufzubringen und deshalb auch nicht schnell zu entscheiden.

Da klingt die aktuelle Aktion der Wernerbräu-Mutter Würzburger Hofbräu wie blanker Hohn: „Der Würzburger Hofbräu Vereinsmeier: 30.000 Euro für die Vereine in der Region.“ Hier hätte man anders Vereinsförderung betreiben können, indem man den Garitzer Schützen einfach ein bisschen mehr Zeit gegeben hätte. Aber eine Einflussnahme ist hier wohl nicht möglich, da die Werner-Immobilen nicht zur Würzburger gehören. Deshalb bleibt aber dennoch ein unschöner Beigeschmack. Man merkt gleich, dass der Werner-Immobilien GmbH mit Rudolf Stockmeier als Zuständigem scheint nichts mehr heilig zu sein, wenn es um Profit und Vorteil geht. Das es da Unmut der Ortsvereine und der Garitzer gibt, scheint ebenso egal. Schade!

Dumm gelaufen ist leider auch die Baumfäll-Aktion der Kastanienbäume. Nicht nur dass es auch darum schade ist (was war das für ein geiler Biergarten…), nein, bei der Fällung haben außerdem die Vereinsschaukästen (ja genau die Kästlich) einen größeren Ast abbekommen. Die Aushang-Kästen von Sportverein, Rauchclub und Geselligkeitsverein sind betroffen. Außerdem wurde die Straßenlaterne links neben den Kästlich auf 45 Grad abgebogen. Der Ast stoppte dann, nachdem er sich in den gusseisernen Zaun gebohrt hatte. Reste der Verwüstung sind noch vor Ort zu bestaunen. Ein Bild von Oliver Koch zeigt das Ausmaß der misslungenen Aktion.


Baumteile auf dem Zaun, Lampe auf halb acht und Kästlich am Boden (Bild: Oliver Koch)

Aber damit nicht genug. Den Schützen, die einen bestehenden Pachtvertrag haben, wurde vom Verpächter mit einer sehr kurzen Vorankündigung (ein halber Tag) der Strom und das Wasser abgestellt. Und das mitten in der Runde, wo noch mehrere Wettkämpfe ausstehen. Gewohnt waren das die Schützen ja im Sommer, wenn die Erholung zu hatte und die Runde geschossen war. Aber im Frühling, wo das Schützenheim noch voll in Benutzung ist, gab´s das noch nicht. Denn gerade jetzt an Ostern, genauer am Gründonnerstag, sollten ja auch wieder Ostereier von allen teilnehmenden Ortsvereinen geschossen werden. Und das klappt nach Aussage des Schützenvereins auch. Denn eine Lösung für das Wasser- und Stromproblem hat sich, laut dem Vorsitzenden Melf Hauck, doch noch gefunden. Vorübergehend bezieht der Schützenverein jetzt Wasser und Strom vom bereits oben erwähnten Nachbar. Dieser hatte sich wohl von Anfang an bereit erklärt, die Schützen zu unterstützen, wenn Strom und Wasser weg wären. Da sagt garitzdotcom doch im Namen des Schützenvereins "Danke".

 


Bildquelle: Bayerische Vermessungsverwaltung

Mit dem Ende des Schützenheims steht auch die Schützengesellschaft Garitz 1911 e.V. unter einem schlechten Stern. Denn ohne Schützenheim, können kaum Veranstaltungen, wie beispielsweise das Osterschiessen und daraus resultierende Einnahmen durchgeführt werden. Wenn sich der Verein in einer benachbarten Schützengesellschaft einmietet, kann zwar der Sport ausgeübt werden, eine Geselligkeit mit den alten Mitgliedern, die genauso dazu gehört, aber nur schwer. Deshalb kann man nur hoffen, dass die Schützen ein neues Heim in Garitz finden bzw. bauen können. Es wäre schade, wenn der im nächsten Jahr 100-jährige Verein so enden müsste und damit wieder ein Teil Garitzer Tradition verschwinden würde.

 

 

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